Der nach eigenen Angaben größte Anbieter für Direktinvestments in Schiffscontainern, die P&R-Gruppe steht, vor der Insolvenz. Betroffen sind rund 51.000 Anleger, die in Container der P&R-Gruppe investiert haben. Nun drohen den Anlegern erhebliche Verluste bis zum Totalverlust.

Die P&R Container Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH, die P&R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH sowie die P&R Container Leasing GmbH haben jeweils am 15. März 2018 beim Amtsgericht München Insolvenzantrag gestellt. Die Gesellschaften können offenbar ihre fälligen Verbindlichkeiten gegenüber den Anlegern nicht mehr vollständig erfüllen.

Mit Beschlüssen vom 19. März 2018 ordnete das Amtsgericht München die vorläufige Insolvenzverwaltung an.

Die P&R-Gruppe bot den Anlegern direkte Investitionen in Schiffscontainer an. Die Anleger erwarben die Container und vermieteten diese über die P&R-Gruppe an Leasinggesellschaften und die Transportindustrie. Während der Laufzeit sollten die Anleger Mietzahlungen erhalten und zum Ende der Laufzeit sollten die Container von der P&R-Gruppe zum Restwert zurückgekauft werden. Dieses Modell ist nun offenbar gescheitert.

Betroffene Anleger können Ihre Forderungen nach Verfahrenseröffnung im Insolvenzverfahren anmelden.

Erfolgte die Investition in die Container über eine Bank oder einen Vermittler, sollten betroffenen Anleger zudem prüfen lassen, ob ihnen ggf. Schadensersatzansprüche gegen die Bank oder den Vermittler zustehen. Die Anlageberatung muss anleger- und objektgerecht sein, d.h. dem Anleger muss eine für seine Bedürfnisse geeignete Anlege empfohlen werden und er muss über alle wesentlichen Risiken und Eigenschaften der Anlage aufgeklärt werden.

Die Hintergründe für das aktuelle Scheitern des Anlagemodells sind noch offen. Sollte es sich z.B. um ein sog. Schneeballsystem gehandelt haben, käme auch eine persönliche Haftung der verantwortlichen Geschäftsführer in Betracht.

Ihr Ansprechpartner: Rechtsanwalt und Fachanwalt für Bank- u. Kapitalmarktrecht Andreas Hampe, MLE